Oberschenkel-Prothetik

Für Oberschenkelamputationen, auch transfemorale Amputationen genannt, können Modular-Prothesen oder Prothesen in Schalenbauweise eingesetzt werden.

 

Patientenprofil, Stumpfverhältnisse und Therapieziel bestimmen die Auswahl der einzelnen Prothesenkomponenten. Dabei sind Kniegelenk und Prothesenfuß als funktionelle Einheit zu betrachten.

 

Aber auch Schaftmaterial, Stumpfbettung und statischer Aufbau der Prothese in Verbindung mit zusätzlichen Komponenten wie Kniedrehadapter, Torsionsadapter oder Stoßdämpfungssysteme nehmen Einfluss auf den Charakter der Versorgung.


Die Modularprothese erhält durch eine Schaumstoffverkleidung ein weitgehend natürliches Aussehen. Junge und sportliche Patienten verzichten zum Teil auf die kosmetische Verkleidung und erbringen mit speziell modifizierten Konstruktionen erstaunliche Leistungen im Behindertensport.

Besondere Bedeutung für Qualität und Tragekomfort der Prothese besitzt die individuelle Stumpfbettung, die das Bindeglied zwischen Patient und Prothese darstellt.

 

Neben der Aufnahme des Stumpfvolumens sind von der Oberschenkelstumpfbettung drei grundsätzliche Aufgaben zu erfüllen:

  • Übertragung von axialen Kräften (support)
  • Übertragung von horizontal gerichteten Kräften (stabilization)
  • Haftvermittlung zwischen Patient und Prothese (suspension)